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© 2010 ASB KV ERFURT e.V.
Schulsanitäter
Die Aktion Schulsanitäter des ASB Erfurt
Im April 2002 erschütterte ein schreckliches Ereignis unsere Stadt: Ein ehemaliger Schüler richtete am Erfurter Gutenberg-Gymnasium ein Blutbad an, brachte 16 Menschen um und anschließend sich selbst. In aller Welt wurde diese furchtbare Tat mit Bestürzung aufgenommen, in Erfurt selbst standen die Menschen tagelang unter Schock. Der 26. April 2002 ist zu einem einschneidenden Ereignis in der Stadtgeschichte geworden. Die Betroffenen, die das Massaker erlebten, die Eltern, Kinder, Freunde verloren, fragen noch heute nach dem Warum, nach dem Sinn dieser Tat. Auch die Rettungskräfte des ASB, die vor Ort im Einsatz waren, haben die Ereignisse noch nicht verarbeitet.
In diesen aufwühlenden Tagen im April 2002 haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASB gefragt, was sie tun können, was wir als Hilfsorganisation beitragen können, um solche schrecklichen Ereignisse unwahrscheinlicher zu machen. Dass wir sie nicht verhindern können, gehört zu den traurigen Einsichten, die der 26. April gelehrt hat.
Zwei Dinge gingen uns damals durch den Kopf: Wenn die Sozialkompetenz der Schüler, das Aufeinander-Achtgeben gefördert wird, dann ist es unwahrscheinlicher, dass ein Klassenkamerad verloren geht. Und wenn es gelingt, ein flächendeckendes Erste-Hilfe-Netz aufzubauen, dann können sich die Schüler auch in kleineren Notfällen gegenseitig helfen, dann übernehmen sie ein Stück Verantwortung füreinander - und die Sicherheit in den Schulen wird erhöht.
Wir vom ASB haben nicht lange darüber geredet, wir haben gehandelt. Und den Aufbau des ersten flächendeckenden Erste-Hilfe-Netzes in Deutschland begonnen. Wir statteten alle Klassenräume an 38 weiterführenden Erfurter Schulen mit Erste-Hilfe-Taschen aus, insgesamt sind das 700 Stück. Zusätzlich werden rund 600 Schulsanitäter ausgebildet, die wir in die Lage versetzen, in kleinen und großen Notfällen wirksam zu helfen. Außerdem werden schrittweise funktionierende Schulsanitätsdienste aufgebaut, mit Dienstplänen und Verantwortlichkeiten. So lernen die Schüler, sich selbst zu organisieren, Verantwortung füreinander zu übernehmen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Resonanz übertrifft unsere Erwartungen bei weitem: Statt Spaßgesellschaft und Null-Bock-Generation erleben wir ein aktives Mitarbeiten, das die Aktion Schulsanitäter auf eine solide Basis stellt.
Drucken | 13.02.12 | bis |
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